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LIFE-Schütt-Dobratsch > Maßnahmen > Monitoring Käfer

Bild zum Monitoring KäferDie außergewöhnlich artenreiche, bemerkenswerte und mitteleuropaweit einzigartige Tierwelt des Projektgebietes zeichnet sich durch das Auftreten von hoch angepassten und gefährdeten Lebensraumspezialisten und Tiergemeinschaften aus. Mehrere Endemiten bewohnen die Blockhalden, Magerrasen und Höhlenlebensräume des Natura 2000-Gebietes, zahlreiche Spinnentiere und Insekten erreichen am Dobratsch ihre nördliche Verbreitungsgrenze.

Ziel des Projektes war zum einen die Erfassung und Bestandesentwicklung der aus dem Gebiet genannten FFH-Arten Hirschkäfer (Lucanus cervus) und Alpenbock (Rosalia alpina) und zum anderen die Erfolgskontrolle der gesetzten Maßnahmen mittels bioindikatorisch aussagekräftiger Spinnentier- und Insektengruppen (Skorpione, Weberknechte, Spinnen und Käfer). Eine breitere Datenbasis wurde durch die Sichtung bereits publizierter Daten sowie der eine Auswertung historischer und aktueller Sammlungsbestände erreicht.

Ergebnisse bis Projektende 31. Jänner 2005:

Äußerst erfolgreich verlief die Bearbeitung der prioritären FFH-Art Alpenbock (Rosalia alpina): dieser auffällig gefärbte Buchen-Totholzbesiedler konnte an den Südhängen des Dobratsch - trotz bislang fehlender Meldungen aus dem Gebiet – mehrfach historisch und aktuell nachgewiesen werden! Im Zuge der Kartierungsarbeiten zum Hirschkäfer (Lucanus cervus) wurden ebenfalls historische Meldungen zum Auftreten dieses gefährdeten Eichenbesiedlers in der Weinitzen erbracht, ein aktuelles Vorkommen muss allerdings weiterhin als fraglich gelten.

Die naturschutzfachliche Evaluierung der verschiedenen Umsetzungsmaßnahmen im Zuge des Spinnentier- und Insekten-Monitorings lässt trotz des kurzen Beobachtungszeitraumes einen überaus positiven Trend feststellen. Hervorzuheben sind dabei die Maßnahmen im Bereich der Napoleonwiese, Weinitzen und der Gladiolenwiese. Aus fachlicher Sicht höchst bemerkenswert sind weiters die Nachweise folgender außerordentlich seltener und gefährdeter Spinnentiere und Insekten:

  • Nachweis des österreichweit einzigen gemeinsamen Vorkommens der Rote Liste-Arten Deutscher Skorpion (Euscorpius germanus) und Triestinerskorpion (Euscorpius tergestinus).
  • Der in den Südöstlichen Kalkalpen endemische Karminrückenkanker (Leiobunum roseum) erreicht im Projektgebiet seine nördliche Verbreitungsgrenze.
  • Die österreichweit nur von wenigen Lokalitäten bekannte Mauer-Tapezierspinne (Atypus muralis) erreicht auf der Weinitzen die landesweit höchsten Dichten.
  • Zwei Erstnachweise für Kärnten auf der Weinitzen: Die Spinnenarten Scotia celans (Fam. Feldspinnen) und Neon rayi (Fam. Springspinnen) sind bundeslandweit als stark gefährdet einzustufen.
  • Erstnachweis der FFH-Käferart Goldstreifiger Prachtkäfer (Bupestris splendens) für Österreich.