LIFE-Schütt-Dobratsch > Maßnahmen > Erwerb/Pacht/Nutzungsverzicht
Ziel dieses Maßnahmenpunktes war es, durch Erwerb, Pacht oder Verträge mit den jeweiligen Eigentümern forstwirtschaftlich außer Nutzung gestellte, alt- und totholzreiche Mischwälder zu sichern, oder die Möglichkeit einer Bestandsumwandlung zu eröffnen. Dabei sollten standortfremde Baumarten (in erster Linie Fichten) geschlägert werden, um der natürlichen Sukzession in Richtung natürlichen Laubmischwald Raum geben zu können.
Naturnahe Waldbestände bieten für eine Vielzahl von Tierarten, wie Vögel, Fledermäuse, Insekten und andere Tiere eine Reihe wichtiger Lebensraumfunktionen (Nahrung, Versteck, Brutplatz, Überwinterung). Von besonderer Bedeutung sind tot- und altholzreiche Bestände mit einem hohen Angebot an natürlichen Höhlen, einem reichhaltigen, stufigen Aufbau aus verschiedenen und verschieden alten Gehölzen sowie einer vielfältigen Bodenvegetation.
Derartig naturnahe und strukturreiche Waldbestände kann man derzeit noch über das gesamte Projektgebiet verteilt finden, zum Beispiel orchideenreiche Buchen-Mischwälder und Eichen-Hainbuchenwälder, oder die entlang der Gail ausgebildeten Grau-Erlen-Eschen-Auwälder.
Ein Teil dieser Bestände, vorwiegend im Privatbesitz, wird auf herkömmliche Art und Weise forstwirtschaftlich genutzt, das heißt, der Schwerpunkt liegt auf der ökonomischen Nutzung des Waldes. Dies führt dazu, dass die Nutzhölzer in ihrer hiebsreifen Phase geschlägert werden, es gibt immer weniger alte, abgestorbene und vermodernde Bäume.
Ergebnisse bis Projektende 31. Jänner 2005:
Es konnten insgesamt drei Wald-Grundstücke im Bereich der Buchriegel-Rupa im Ausmaß von 9,41 Hektar von der Arge NATURSCHUTZ angekauft werden. Alle drei Grundstücksparzellen liegen im Hangfußbereich des Dobratsch, das Relief wird als unruhig bezeichnet, im gesamten Gebiet sind zum Teil sehr große Felsbrocken anzutreffen. Der obere Hang ist von der Rupa beeinflusst, ein im Unwetterfall geschiebeführender Wildbach. Der darunter liegende Waldbestand ist stellenweise mit Geröll und Schotter überlagert. Der Waldbestand setzt sich zusammen aus Fichten- und Kiefernholz, dem verschiedene Laubhölzer wie Berg-Ahorn, Esche, Manna-Esche, Erle oder Hopfenbuche beigemischt sind. Im Unterwuchs finden sich Fichten-, Buchen- und Eschenverjüngung, weiters verstreut Wacholder- und Berberitzen-Sträucher sowie stehende und liegende Tothölzer. Der unterste, flachere Waldbereich ist forstwirtschaftlich wertvoller und auch leichter bewirtschaftbar. Auf den Waldflächen werden Bestandesumwandlungen durchgeführt und die Bestände anschließend der natürlichen Sukzession überlassen.
Ein weiteres ca. 4,27 ha großes Grundstück im Bereich der Anitzen (Auwald und auwaldnahe Bestände an der Gail) sowie ein ca. 2,33 ha großes Grundstück unterhalb der Roten Wand wurden ebenfalls angekauft (allerdings nicht mit LIFE-Mitteln) und den Zielen des Projektes zur Verfügung gestellt. Bei letzterem handelt es sich um einen Mischwald aus Rot-Föhre, Manna-Esche, Mehlbeere, Rot-Buche und Alpen-Goldregen.
Es ist geplant, weitere 6 Waldgrundstücke im Bereich der Buchriegel-Rupa im Ausmaß von ca. 14,5 ha zu erwerben.
Die Maßnahmen Pacht und Nutzungsverzicht wurden aus naturschutzfachlichen und finanziellen Überlegungen nicht durchgeführt.
- Informationen zum Projektverlauf -
Um den Projektverlauf zu dokumentieren, wurden im Laufe dieses LIFE-Projekts regelmäßig Kurzberichte veröffentlicht, die in der Folge aufgelistet sind (die aktuellsten Meldungen zu oberst).


