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Kartierung Große Moosjungfer

Die Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) ist eine europaweit gefährdete Libellenart, die in den Anhängen II und IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) genannt wird und auch in ganz Österreich zu den seltensten Libellenarten zählt. Der Verbreitungsschwerpunkt in Österreich liegt im pannonischen Raum, rund um den Neusiedlersee sowie rund um Wien. Mehrere Fundorte liegen jeweils im nördlichen Niederösterreich, bei Salzburg, im Großraum Graz und im Inntal. Inneralpine Funde sind äußerst selten.

Aus dem Bundesland Kärnten war bis vor kurzem nur ein rund 100 Jahre alter Fund aus der Umgebung von Klagenfurt bekannt. Erst 1992 gelang durch Siegfried Wagner ein Wiederfund der Art im NATURA 2000-Gebiet Schütt-Graschelitzen, bei Teichen nahe der Wehranlage Schütt. Für Kärnten die Große Moosjungfer seither als „vom Aussterben bedroht“.

In den Jahren 2002 und 2003 konnte die Art hier mehrfach bestätigt werden, jedoch gelang kein konkreter Nachweis der lokalen Bodenständigkeit (Fortpflanzungsverhalten, Eiablage, Larven, Exuvien, frisch geschlüpfte Imagines).

So ist das Gebiet rund um die Wehranlage Schütt der einzig bekannte Lebensraum mit mehr oder weniger regelmäßigem Vorkommen der Art in ganz Kärnten, auch wenn die lokale Population sehr klein zu sein scheint.

Die Große Moosjungfer besiedelt in erster Linie Gewässer, die sich in einem mittleren Sukzessionstadium befinden. Pioniergewässer sowie dicht bewachsene oder bereits verlandete Gewässer werden gemieden. Deshalb ist auch die weitere biologische Reifung mit erhöhter Verlandungstendenz, unterstützt durch einen zeitweisen Wassermangel, ein aktueller Gefährdungsfaktor für das Vorkommen der Art an den untersuchten Teichen.

Nach Einschätzung der Bearbeiter FRIEß & DERBUCH (nach einer von der Arge NATURSCHUTZ 2005 in Auftrag gegebenen Projektstudie) besteht aber kein akuter Handlungsbedarf. Wesentlich ist, dass die Gewässerentwicklung regelmäßig beobachtet und kontrolliert wird. Es wird vorgeschlagen, den allgemeinen Gewässerzustand und die Ausprägung der lokalen Population der Großen Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) im NATURA 2000-Gebiet Schütt-Graschelitzen im Zuge eines zweijährig wiederkehrenden Monitorings zu überwachen.

Sollte sich dabei künftig ein Handlungsbedarf herausstellen, sind Maßnahmen wie die gezielte Entnahme der Verlandungsvegetation und Baggerungen notwendig. Solche Maßnahmen haben in der Schweiz und in Deutschland eine nachweisliche Verbesserung der Lebensmöglichkeiten für die Große Moosjungfer bewirkt. Da es sich dabei um drastische Eingriffe ins lokale Lebensraumgefüge handelt, sind diese in Summe mit anderen naturschutzfachlichen Zielsetzungen vor Ort abzugleichen und jedenfalls fachmännisch zu planen und durchzuführen.

Bild 1 des Projekts Kartierung Große Moosjungfer  Bild 2 des Projekts Kartierung Große Moosjungfer