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LIFE-Schütt-Dobratsch > Maßnahmen > Monitoring Braunbär/Luchs

Bild zum Monitoring Braunbär/LuchsBereits im Zuge der Planungen zum sogenannten Gailtalzubringer wurde auf die Wichtigkeit dieses Talraumes für die Weitwanderrouten von Bär (Ursus arctos, Bild: B. Gutleb) und Luchs (Lynx lynx) hingewiesen. Der Haupt-Wanderkorridor von Kroatien und Slowenien in Richtung Zentralalpen führt direkt durch das Projektgebiet.

Mittels intensiver Freilanderhebung und automatischer Infrarot-Kameras wurde die Datenmenge über Bären im Projektgebiet mit Schwerpunkt Grünbrücke "Bärentunnel" deutlich erhöht und so ein Monitoring der Bärenaktivität in der Schütt ermöglicht. Zusätzlich wurde versucht, Nachweise vom Luchs zu erhalten.

Für die geplante Grünbrücke wurden wildbiologische Daten zur optimalen Situierung, Größe und Ausgestaltung der Grünbrücke zur Verfügung gestellt und das Bauwerk nach Errichtung auf seine Funktion, das heißt Nutzung durch Wildtiere, untersucht. Dies erfolgte zum Beispiel durch den Einsatz von automatischen Kameras, Errichtung von Sandbeeten zur Fährtenanalyse und dem Sammeln von Tierhaaren für eventuelle zukünftige genetische Untersuchungen. Die Effizienzkontrolle diente auch dazu, die Ergebnisse bei künftigen ähnlich gelagerten Projekten einfließen lassen zu können.

Ergebnisse bis Projektende 31. Jänner 2005:

Im Untersuchungszeitraum konnten insgesamt 37 Bärennachweise im Projektgebiet und in der unmittelbaren Umgebung gemacht werden. Vor allem die jüngeren Nachweise von Fährten und einer Losung im Nahbereich der Gail (ca. 1 km Luftlinie von der Grünbrücke Bärentunnel) entfernt sind hervorzuheben.

Erfreulich ist der Nachweis eines Luchsrisses im östlichen Untersuchungsgebiet und einer Luchsfährte südlich von Arnoldstein.

Im Umfeld der Grünbrücke wurden während des Untersuchungszeitraumes 3-5 Infrarot-Kameras eingesetzt. In den 805 Fotofallen-Nächten konnten 57 auswertbare Fotos gemacht werden. In 25 Fällen hat Rotwild, in 27 Fällen Rehwild die Kameras ausgelöst, viermal ein Fuchs und einmal ein nicht erkennbares Kleinwild.

Diese Nachweise bestätigen das hohe Interesse der Wildtiere, die Autobahn im Bereich der Grünbrücke zu queren. Seit Herbst 2004 konnten auch regelmäßig Spuren von Rehen, Füchsen und Hasen auf der Grünbrücke (Sandbeet, offene Bodenstellen) festgestellt werden, die diesen Korridor bereits intensiv nutzten.