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LIFE-Schütt-Dobratsch > Projekt > Ziele

Das LIFE-Projekt Schütt-Dobratsch verfolgte generell zwei Ziele. Es wurde einerseits eine Verbindung zwischen den durch die A2 Südautobahn getrennten Teilstücken des Natura 2000-Gebietes Schütt-Graschelitzen geschaffen. Andererseits wurde eine allgemeine Sicherung und Erhaltung der biologischen Vielfalt (Biodiversität) dieser einzigartigen und größten Bergsturzlandschaft der Ostalpen angestrebt.

Die Verbindung der beiden voneinander getrennten Teile des Natura 2000-Gebietes ist durch die Errichtung einer Grünbrücke über die Autobahn, einem sogenannten "Bärentunnel", wiederhergestellt worden. Die Bezeichnung "Bärentunnel" weist darauf hin, dass die Autobahn hier einen uralten Wanderweg der Braunbären, welche von Slowenien aus in den österreichischen Alpenraum wechseln, quer durchschneidet. Aufgrund ihrer Lage im Bereich Schütt-Steinernes Meer stellt nun die Grünbrücke diese unterbrochene Verbindung wieder her und trägt somit nicht zuletzt zur Stabilisierung der bestehenden Braunbärenpopulationen, insbesondere auch auf Kärntner Gebiet, bei.

Für die Erhaltung der Biodiversität waren im Projekt mehrere Maßnahmen vorgesehen:

  • Bestandesumwandlung von naturfernen Forstkulturen in von Natur aus vorhandene Laubwaldtypen
  • Nutzungsverzicht von wertvollen Waldflächen, insbesondere auch alten Wäldern
  • Entbuschen und damit Offenhalten von Feucht- und Trockenwiesen und Weideflächen
  • Schaffung von kleineren Wasserflächen für bestimmte Tierarten, wie z.B. Amphibien

Diese Maßnahmen wurden durch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit (Folder, Schütt-Magazin, homepage, Infostationen, Exkursionen, Fachtagung) unterstützt und begleitet, um der Bevölkerung den Europäischen Naturschutzgedanken bewusst zu machen.

Bild vom Projektgebiet

Die Umsetzungsmaßnahmen wurden durch ein umfassendes Monitoringprogramm anhand der Vegetation und ausgewählter Tiergruppen (Vögel, Säugetiere, Schmetterlinge, Käfer, Libellen) auf ihre Auswirkungen hin überprüft.

Ein wichtiges Ziel war auch, die Zusammenarbeit des Naturschutzes mit den Grundeigentümern, der Land- und Forstwirtschaft, dem Wasser- und Straßenbau, Tourismus, den Behörden, Vereinen und lokalen Organisationen zu fördern und gemeinsam Strategien für eine künftige nachhaltige Entwicklung dieses Raumes auszuarbeiten.

Seitens des Landes Kärnten ist geplant, das Monitoringprogramm auch nach Abschluss des LIFE-Projekts weiterzuführen, wie dies auch in weiteren Natura 2000-Gebieten vorgesehen ist. Hinsichtlich fachlicher Betreuung auch nach Abschluss des LIFE-Projekts wird zweckmäßigerweise eine enge Kooperation zwischen der zuständigen Fachstelle der Kärntner Landesregierung und dem in Entstehung begriffenen Naturpark Dobratsch angestrebt.

Die im Rahmen des Projekts angekauften Flächen wurden in den Besitz der Arge NATURSCHUTZ übertragen und werden künftig von ihr verwaltet und betreut. Die Betreuung der Vertragsflächen (Nutzungsverzicht) wird von den zuständigen Amtsstelle der Kärntner Landesregierung (Abteilung 20-Uabt. Naturschutz) übernommen.

Ergänzend soll festhalten werden, dass es sich bei den beiden als Natura 2000-Gebiete nominierten Landschaften um das größte Bergsturzgebiet der Ostalpen und somit sowohl aus der Sicht der Biodiversität wie auch unter landschaftsästhetischen Gesichtspunkten um eine der bedeutendsten Naturlandschaften bzw. naturnahen Landschaften des Bundeslandes Kärnten handelt. Aus diesem Grunde ist zu erwarten, dass diese Landschaft auf Dauer im Blickpunkt der heimischen Naturschutzinteressen stehen wird und dass daher allfällige Schutz-, Pflege- und Fördermaßnahmen hier auch in Zukunft vorrangig einzusetzen sein werden.