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Gebietsbeschreibung

Geschichte

Ziele

Schon im Mittelalter ist der Bergsturz der Villacher Alpe, der durch das große Erdbeben von 1348 ausgelöst wurde, immer wieder thematisiert worden. Das Interesse an diesem Ereignis ist bis heute aufrecht geblieben. In der mittelalterlichen Denkweise deutete man Katastrophen als übernatürlich, als angsteinflößendes Vorzeichen. Tatsächlich war die Zeit vor dem Bergsturz durch eine Reihe von Katastrophen bestimmt. Den Höhepunkt bildete schließlich das große Erdbeben mit der darauffolgenden Pest, deren Ursache man wiederum im Erdbeben gesehen hatte.

Zweifellos waren die Witterungsverhältnisse, die damals sehr extrem gewesen sein müssen, für den Bergsturz von gewisser Bedeutung. Von vielen Chronisten wird übereinstimmend berichtet, dass es im Sommer und Herbst 1347 so nass und kalt war, dass die Früchte nicht reif wurden. Ende September gab es heftigen Schneefall, der zehn Tage hindurch anhielt. Ebenso werden von den Jahren davor ungeheure Regengüsse und Überschwemmungen beschrieben. Dies könnte für die Vorbereitung des Bergsturzes eine wesentliche Rolle gespielt haben. Die Klüfte des Dobratsch sind möglicherweise stark ausgewaschen worden, sodass die zahlreichen und sich früh einstellenden Fröste des Jahres 1347 sehr viele Angriffspunkte und leichte Sprengarbeit hatten. Durch das Erdbeben im Jahre 1348 wurden all jene Blöcke und Felswände herabgeworfen, die entweder lose oder leicht gesprengt waren. Die Felsmassen zerfielen zu Schutt und Blockwerk und sicher verhüllte eine riesige Staubwolke das Geschehen. Da das Flussbett der Gail unter den Schuttmassen verschwunden war, bildete sich ein Stausee. Der Bergsturzsee reichte etwa 3 Kilometer talaufwärts und seine Tiefe betrug mehr als 15 Meter. Zur Zeit der größten Ausdehnung erreichte die Seefläche mehr als 2 km2. Spätestens mit Beginn der Schneeschmelze im März brach sich das Wasser einen neuen Lauf und verursachte talabwärts flutartige Überschwemmungen. Durch Erosion im Bergsturzriegel und Auflandung im Staubereich begann der See allmählich kleiner zu werden, bis die letzten Reste im 18. Jahrhundert endgültig verschwunden waren.

Vermutungen und der Phantasie mancher Schreiber zu Folge tauchte immer wieder die Sage auf, dass der Bergsturz mehrere Dörfer Schlösser und Kirchen unter sich begraben hätte. Heute weiß man, dass der Bergsturz in ein völlig unbesiedeltes Gebiet erfolgte. Menschliche Siedlungen waren nicht direkt betroffen, manche mussten aber wegen des Hochwassers, das durch den Rückstau der Gail verursacht wurde, aufgegeben werden.